SEO, CRO und PIPAPO oder „Wie ich einmal 2.000 Besucher pro Monat kappte“

„Herr Sonntag, kommen Sie mir jetzt nicht mit Fachchinesisch oder irgendwelchem Pipapo!“, fährt mein Gesprächspartner mich am Telefon mit seinem charmant-bavarischen Akzent an. Der Herr ist Geschäftsführer eines bayrischen Mittelstandsunternehmens, produzierendes Gewerbe, B2B. Wir hatten Kontakt bekommen, weil er sich von seiner bisherigen SEO-Agentur (in der Branche recht bekanntes Unternehmen) irgendwie auf die Nudel geschoben fühlte. 2.000 garantierte Besucher pro Monat für eine verhältnismäßig günstige Monatspauschale klang für ihn damals vielversprechend. Und er bekam, was man ihm versprochen hatte: 2.000 Besucher pro Monat wurden ihm sauber getaktet auf die Website gespült. Nicht mehr und auch nicht weniger. Auftrag erfüllt. Wo ist also sein Problem?!

Ganz einfach: trotz der 2.000 Website-Besucher (was für ein Unternehmen seiner Größe und Branche gar nicht so übel ist) hat sich seine Auftragslage um keinen Millimeter nach oben entwickelt. „Mein lieber Herr Gesangsverein“, dachte ich, „mit 2.000“ Besuchern so gar keinen Output zu erzielen ist ja irgendwie auch eine Kunst für sich.“

Also schauten wir uns die Website-Statistiken des Unternehmens an. Was wir bereits vermutet hatten, bewahrheitete sich. Die SEO-Agentur hatte was ganz Schlaues angestellt und diese Besucher einfach eingekauft. Ja, so was geht zwar, kann aber schnell zu einer Geldverbrennungsmaschine werden, wenn das wie in diesem Fall mit der Gießkanne und ohne hinreichende Betrachtung der Zielgruppe gemacht wird.

Es kommt sogar noch schlimmer: indem die Besucher im Endverbraucher-Segment gekauft wurden, sind zwar die Anfragen an das Unternehmen gestiegen. Diese Anfragen waren aber gänzlich uninteressant, da die angefragten, niedrigen Produkt-Stückzahlen gar nicht produziert werden können. Somit hatten zwar die Mitarbeiter den Aufwand in der Kommunikation, aber keine entsprechenden Verkaufserfolge.

Fazit: ganz ohne Fachchinesisch und ohne Pipapo haben wir nach Übernahme des Mandats die unnützen Besucherströme gekappt. Das tat erstmal weh, weil das ca. 80% des gesamten Traffics war. Anschließend haben wir über eine sauber angelegte und mit dem Kunden abgestimmte Strategie neue, zielgruppenkonforme Besucher auf die Seite gebracht. Der Erfolg war und ist nachhaltig angelegt und bringt kontinuierlich steigenden Erfolg. Mittlerweile befinden wir uns im vierten Jahr unseres Optimierungsmandats.

Über den Autor

Oliver Sonntag

Der Internet-Unternehmer befasst sich seit Anfang der 90er Jahre professionell mit dem Phänomen webbasierter Informationssysteme. Nach seinem Studium der Informationsswissenschaften an der FU-Berlin arbeitete er zunächst als Entwickler, Berater und Projektmanager erfolgreich auch für Unternehmen, die heute als Pioniere der Internetbranche gelten. 2003 gründete er die Web-Agentur ANTWORT:INTERNET. Im Zentrum der Agenturleistungen liegt die Entwicklung von Internetpräsenzen und Online-Anwendungen und deren Vermarktung. Dazu zählt maßgeblich auch Suchmaschinen- und Konversionsratenoptimierung.

Ein Kommentar

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  • Herr Sonntag, leider kommen wir oft über das englische Papperlapapp nicht hinweg. Besonders wenn Sie mit jüngeren Gesprächspartnern im Dialog stehen. Es ist sogar in der deutschen Sprache schwierig den Unterschied zwischen den drei grundlegenden Optimierungsarten (Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinenmarketing und Konversionsratenoptimierung) klar differenzierend zu erläutern. Hätten Sie dafür nicht mal eine Lösung? Ihr Marketingfreund RK

    Ich gebe zu: auch im Bereich Marketing ist dies schwierig  – die Aufforderung eines Kunden „Reden Sie bitte deutsch mit mir!“ sollte zum Nachdenken und klarerer Kommunikation bewegen.

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